Lebenslang ist nicht immer Lebenslang…

Bald wird der (noch vermutliche) skrupellose aber gläubige LKW-Terrorist in Schweden vor Gericht gestellt werden. Ihm droht eine „lebenslange Haft“. Lebenslang? In Schweden beträgt die Höchststrafe 10-11 Jahre! Zu „verbüßen“ in modernen Gefängnissen, die wenig mit den Gefängnissen, die Normalos aus Filmen kennen, zu tun haben…

Hier ein Auszug aus Wikipedia:

  • In der Mehrheit der Staaten, deren Strafrecht die lebenslange Freiheitsstrafe kennt, muss eine Mindestzeit verbüßt sein, bevor eine Aussetzung zur Bewährung geprüft werden darf. Diese Mindestverbüßungszeit beträgt in Jahren: Albanien (25), Armenien (20), Aserbaidschan (25), Belgien (15 bzw. 19 oder 23 für Rückfalltäter), Bulgarien (20), Deutschland (15, soweit das Gericht nicht, wegen besonderer Schwere der Schuld, ein höheres Limit festlegt), Dänemark (12), Estland (30), Finnland (12), Frankreich (18, ausnahmsweise 30), Georgien (25), Griechenland (20), Irland (7 Jahre, außer bei bestimmten Mordtaten), Italien (26), Lettland (25), Liechtenstein (15), Luxemburg (15), Mazedonien (15), Moldawien (30), Monaco (15), Österreich (15), Polen (25), Rumänien (20), Russland (25), Schweden (10), Schweiz (15, herabsetzbar auf 10), Slowakei (25), Slowenien (25), Tschechien (20), Türkei (24 bzw. 30 oder 36 für besonders schwere Fälle), Ungarn (20, es sei denn das Gericht hätte ein höheres Limit festgelegt), Zypern (12).
  • Fünf weitere Staaten (Island, Litauen, Malta, Niederlande, Ukraine) kennen keine rechtlich geregelte Aussetzung einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Es besteht jedoch die Möglichkeit der Begnadigung.
  • Sieben Staaten sehen vor, dass für bestimmte Delikte eine Strafaussetzung bei lebenslanger Freiheitsstrafe ausgeschlossen ist: Bulgarien, England und Wales, Frankreich, Slowakei, Schweiz, Türkei und Ungarn. Dies wird in England und Wales als „real life sentence“ oder „whole life order“ bezeichnet….

Leider lesen die von Trauer, Verzweiflung und Wut erfüllten Angehörigen von Mordopfern auch folgendes, wo man sich Sorgen um die „armen“ Mörder macht. Wieder bemühe ich Wikipedia“:

Immer wieder werden Stimmen von Verbänden und Rechtswissenschaftlern laut, auf die lebenslange Freiheitsstrafe komplett zu verzichten. Hierbei führen Kritiker die folgenden Argumente ins Feld:

  • Sie widerspricht dem Resozialisierungsgedanken des Strafrechts (§ 2 Satz 1 StVollzG), denn der Verurteilte wird – jedenfalls ausweislich des Urteilsspruchs des erkennenden Gerichtes – für die Dauer seines restlichen Lebens aus der Gesellschaft ausgegrenzt.
  • Der Täter wird vor allem wegen der sehr lang andauernden Inhaftierung auf eine unmenschliche, die Menschenwürde nicht angemessen berücksichtigende Weise bestraft. Laut § 3Abs. 2 StVollzG müssen schädliche Folgen des Freiheitsentzuges verhindert werden. Die lebenslange Freiheitsstrafe führt jedoch vor allem zu langfristigen psychischen Schäden: Soziale Fähigkeiten, das Selbstwertgefühl und die Selbstwahrnehmung gehen verloren, der Gefangene isoliert sich, sieht keine Perspektive mehr, vereinsamt und verkümmert.[12]

Mehr auf WIKIPEDIA zu dem Thema

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Über strichfilosof

Ex-Zuhälter, Ex-Dealer, Ex-Ein- und Ausbrecher, Ex-Knacki, Ex-Artist. Lebte über 12 Jahre in Spanien an der Costa Blanca, nun in Kärnten (A) Heute unbescholten und seit 1993 straffrei. Manche werden vielleicht sagen: Einmal Aussenseiter, immer Aussenseiter...
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